Ortsvorsteher:
Horst Wirtz
Stroheicher Str. 19
54579 Niederehe

02696-1371

Niederehe

Willkommen in Niederehe am Eifelsteig

Heij jit platt jeschwatt:

"Dämm öess dr Friseur jestorwe."

Dem ist der Friseur gestorben - der müsste sich dringend die Haare schneiden lassen.


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Niederehe packt an

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Lage

Etwa 4 Kilometer von Üxheim entfernt liegt in südlicher Richtung auf 420 m Meereshöhe das zweite Pfarrdorf der Gemeinde, Niederehe. Der Ort ist eingebettet in einen kleinen Talkessel des Felschbaches oder auch Niedereher Baches, der in den Ahbach mündet. Das Dorf ist umgeben von Wiesen, Feldern und Wäldern, kargen Wacholderhängen, aber auch mit Laubwald, Wacholder- und Schiffelheide sowie einigen Orchideenarten. Nördlich des staatlich anerkannten Erholungsorts Niederehe erstreckt sich das Naturschutzgebiet Ahbachtal und südlich liegt das rund 48ha große Naturschutzgebiet Hönselberg, von den Dörflern liebevoll "Hönsel" genannt, ihrem Hausberg.
Das Ortsbild des Dorfes Niederehe wird geprägt durch das sehr reizvolle Bauensemble des ehemaligen barocken Klosters mit der alten romanischen Kirche.

Geschichte

Niederehe besitzt mit dem früheren Kloster Niederehe ein herausragendes Dorfelement, das zentral in einer Denkmalzone (Im Klosterhof 1 – 5) die Blicke auf sich lenkt. Dass in der Gegend von Niederehe bereits Menschen zur Kelten- und Römerzeit gesiedelt haben, ist durch die dort gemachten Funde bewiesen. Auch zur nachfolgenden Frankenzeit war der Ort besiedelt, wie Grabfunde beim Kloster Niederehe belegen. Die weitere Geschichte ist dank der Klosterchronik ziemlich gut dokumentiert. So findet man dort die sorgfältig festgehaltenen Fakten zu wichtigen Ereignissen rund um das Dorf und sein Kloster, wie z.B. Dokumente zu An- und Verkauf von Ländereien, Baumaßnahmen etc.. In der Chronik finden sich aber auch Niederschriften zu Streitigkeiten und Prozessen zwischen Zivilgemeinde und dem Kloster. Nach seiner Gründung 1175 wechselte das Kloster zu Beginn des 13. Jahrhunderts zu den Ordensregeln der Prämonstratenser. Das Ende des Klosters kam mit der Säkularisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Heute sind hier Kircheneinrichtungen und Privatwohnungen zu finden. Weitere Informationen zum Kloster finden sich weiter unten unter den Sehenswürdigkeiten des Ortes.

Im Nordhang, im Gebiet der "Ley", gibt es seit den 70er Jahren ein Wochenendhausgebiet mit etwa 30 Häusern, in denen ihre Besitzer und Familien ihre Wochenenden und Ferien verbringen und teilweise auch ganzjährig wohnen. Heute ist Niederehe ein staatlich anerkannter Erholungsort und besteht mit Fohnhof, Eichenhof, Marienhof und Wagnerhof aus 170 Häusern. Darin wohnen 410 Personen, die sich auf 220 Familien verteilen. (Stand: 31.12.2021)


Sehenswürdigkeiten

Kloster Niederehe

Wie zu Beginn ausgeführt, wird das Ortsbild Niederehe von seinem Kloster mit der ehemaligen Klosterkirche St. Leodegar dominiert. Die Herren von Kerpen gründeten das Kloster in Niederehe für adelige Jungfrauen nach Vorbild der Augustiner im Jahr 1175. Kloster Niederehe wechselte zu Beginn des 13. Jahrhunderts zu den Ordensregeln der Prämonstratenser und wurde finanziell bedacht. Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts vernichtete ein Feuer das Klostergebäude und Teile der Kirche. Das Kloster wurde im barocken Stil wieder aufgebaut und 1505 zu einem Männerkloster. Zum Ende des 16. Jahrhunderts zog für circa 26 Jahre der Protestantismus ein, wobei das Kirchenschiff für evangelische Gottesdienste genutzt wurde, der Chorraum aber weiter den Katholiken zur Verfügung stand. 1782 fanden umfangreiche Um- und Neubauten statt. Das Ende des Klosters kam mit der Säkularisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Heute sind hier Kircheneinrichtungen und Privatwohnungen zu finden.

Klosterkirche St. Leodegar

Die ehemalige Klosterkirche St. Leodegar ist ein spätromanischer Saalbau mit dem Hauptschiff aus dem 12. Jahrhundert und aus Bruchsteinen gemauert, die sich hinter weißem Putz befinden. Im alten niedrigeren Kirchenschiff ist das Hochgrab des Grafen Phillip von der Mark nebst Gattin. Es ist aus belgischem Marmor (1625) und zeigt im Relief die Verstorbenen. Beachtenswert ist auch das gut erhaltene Chorgestühl aus dem Jahr 1530, das die folgenden, meist stürmischen und unruhigen Jahrhunderte gut überstanden hat. Das besondere Highlight der Kirche ist aber seine berühmte Kirchenorgel.

König-Orgel

Kaum jemand würde in einem kleinen Eifeldorf eine musikalisch einmalige Kostbarkeit vermuten. Die Kirchenorgel, die sich in der St. Leodegar-Kirche befindet, ist aber zu Recht unter Orgelmusik-Experten eine solche. Die Orgel wurde 1714-15 als Erstlingswerk des berühmten „Orglmachers“ Balthasar König aus Münstereifel im Stile des Barock gebaut, nach ihrem Erbauer auch "König-Orgel" genannt. Sie ist auch das einzige durch Inschrift am Gehäuse belegte Werk dieses Meisters. Wie kein anderes der späteren König-Werke hat diese Orgel die Wirren und Modernisierungen der Jahrhunderte überdauert. Gehäuse, Windlade, Registertraktur und Spieltraktur (bis auf die Klaviatur) gehören zum Originalbestand. 1997/98 erfolgte die Restaurierung und Rekonstruktion des Originalzustandes von 1715 durch den Orgelbauer Hubert Fasen, Oberbettingen. Damit gilt sie als die älteste bespielbare Barockorgel in Rheinland-Pfalz. Viermal jährlich kann man bei Orgelkonzerten Ohrenzeuge der Meisterbaukunst werden. Dabei spielen berühmte Orgelmusiker im Rahmen des "Kultur-Sommers Rheinland-Pfalz" auf der König-Orgel. Diese Konzerte sind landesweit bekannt und ziehen Orgelfreunde aus Nah und Fern an. Die Erlöse der Konzerte dienen zur Erhaltung dieses einmaligen Kulturschatzes durch weitere Restauration (Originalgetreue Wiederherstellung).

Die Wanderer des Eifelsteigs finden die König-Orgel auf ihrem Wanderweg unter dem Motto „Orgelglück am Eifelsteig“ und können so Kunst und Natur in einer einmaligen Landschaft erfahren.

Kalkbrennofen

Auf halber Strecke zwischen Niederehe und Nohn findet sich ein restaurierter Kalkbrennofen, geduckt am Straßenrand, in einen Hügel gebaut. Die bäuerliche Kalkbrennerei fand urkundlich nachgewiesen ab 1833 im Hillesheimer Land statt. Die kleine Kalkbrennerei bei Niederehe war bis 1938 in Betrieb. Der hier mühsam heraus gebrannte Kalk diente zum Bau und zur Düngung. Der Ofen wurde mit Schanzen befeuert, es heißt 2.000 bis 3.000 Stück und zwei bis drei Leute mussten rundum die Uhr den Vorgang heizen.